Working Goats Blog

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Freddie`s Blog

Futterbelohnung - schlechter Trainer?

 

Das hier gehört zum Thema "Belohnung oder Bestechung" und ist ein wenig eine Fortsetzung dieses älteren Blogs.

Es kommt noch immer vor, dass jemand, der mit Futterbelohnung trainiert, als ein "schlechterer" Trainer betrachtet wird, weil das Tier "tut das ja nur für's Futter".

Ich bin im o.g. Blog schon auf die grundlegenden Gegenargumente eingegangen, warum Futterbelohnung eben nicht schlecht, verwerflich oder einfach nur Bequemlichkeit ist, sondern im Gegensatz dazu sogar grundlegende Bedürfnisse jedes Tieres erfüllt, nämlich Nahrungsaufnahme und somit Erhaltung der Körperfunktionen = Leben.

Weitere Gegenargumente, die man hören kann sind z.B.

"Das Tier soll mich nicht mit Futter in Verbindung bringen?"

Wie soll das gehen? Wenn wir mit Tieren zusammenleben und diese, im Idealfall, selbst versorgen, sind wir die Quelle alles Guten. Wir bringen täglich Futter in die Raufen, wir gewähren Zugang zu frischem Wasser, selbst im Sommer, wenn die Tiere auf der Weide sind, ist es UNSER Verhalten, z.B. des Tor öffnens zur Weide am Morgen oder das Weiterstecken eine Zaunes, das Zugang zu einer wichtigen Resource = Futter ermöglicht.

Unsere Tiere verbinden uns schon längst mit Futter, weil wir ultimativ die Kontrolle hierüber haben. Ob uns diese Tatsache nun gefällt oder nicht.

Weiterlesen: Futterbelohnung - schlechter Trainer?

Ich bin hungrig - I'm hungry!

Mit diesen Worten beginnt Alexandra Kurland den Blogbeitrag zum Tag 4 ihrer Goat Diaries (Ziegentagebücher, ein fortlaufender Erfahrungsbericht über Clickertraining von Ziegen) und wirft damit wichtige Fragen für Clickertrainer auf.

Goat Diaries Day 4 - I'm hungry

Sie stellt die provokante Frage, ob man wirklich ein positiver Trainer ist! Sind wir ein positiver Trainer, weil wir Futter im Training verwenden? Hat unser tierischer Trainingspartner die gleiche, positive Erfahrung? Oder zwingt ihn Hunger und das Verlangen nach Futter in Trainingssituationen, die ihm dennoch Angst machen?

Weiterlesen: Ich bin hungrig

Wenig getan in 2017

In 2017 mache ich wenig mit Freddie. Über den Winter hatte ich mich auf Cisco und Lucky konzentriert und Freddie hat nur normales Kontakttraining gemacht.

 

Umso überraschter war ich, dass er sich im Frühsommer 2017 frei stehend, mitten auf einem Weg – allerdings umgeben von der gesamten Herde – von mir satteln liess.

 

Das war so eine spontane Idee, die auch hätte nach hinten losgehen können, aber das Satteltraining in 2016 gab ihm genug „Rahmen“, um unter geänderten Kriterien doch noch zu wissen, welches Verhalten – still stehen und geradeaus schauen – Erfolg haben würde.

 

Freddie ist daher bei einigen Spaziergängen mit der ganzen Herde gesattelt dabei.

 

Auch beim Highline-Training = angebunden an einem zwischen zwei Bäumen gespannten Seil stehen, macht er sehr gut mit.

 

Highline und freies Mitlaufen mit Sattel

 

Leider sehe ich bei diesen Spaziergängen, dass Freddie eine leichte Bewegungsanomalie an der Hinterhand entwickelt hat – sein Halbbruder Donald hatte das auch, sehr viel stärker, und musste deswegen in 2017 eingeschläfert werden (Lähmungen/Ausfallerscheinungen).

 

Freddie’s Packtraining werde ich daher schweren Herzens nicht weiter vorantreiben, Freddie geht mit der Herde auf Sommerweide und darf Ziege sein.

 

 

Der Packsommer 2016

Der Sommer 2016 beginnt im Mai mit einem tollen Spaziergang, bei dem ich mit Freddie, Lucky und Cisco zum ersten Mal in einer kleine Gruppe unterwegs bin.

 

Aus Sicherheitsgründen behalte ich Freddie am Führstrick, denn ich möchte nicht, dass er mir in einem Panikanfall davonrennt.

 

Er macht es sehr gut, kann auch recht bald Leckerli nehmen für Mitkommen, muss aber auch sich ganz viel umsehen. Ich clicke und bestärke jedes „sich zu mir orientieren“ und „mit mir mitgehen“, lasse ihm aber sehr viel Zeit, sich immer wieder für diese Optionen zu entscheiden.

 

Uns begegnende Autos bringen ihn noch aus der Fassung, aber er wird nicht panisch.

 

Freddie's allererster Trainingsspaziergang

 

Nach diesem ersten Spaziergang mache ich mich nochmal ernsthaft an’s Satteltraining und clicke die einzelnen Schritte hierzu sehr kleinschrittig.

Weiterlesen: Der "Packsommer" 2016

Ist Freddie ein Einzelfall?

Jedes Tier, mit dem trainiert wird, ist eine Einzel-Studie. D.h., man kann aus dem Training mit diesem Tier gezogene Schlüsse und gemachte Erfahrungen nicht unreflektiert auf jedes andere Tier übertragen.

 

Somit stellt sich die berechtigte Frage, ob die Verwandlung von Freddie von einer „fass‘ mich nicht an“-Ziege zu einem motivierten, wenn auch weiterhin leicht(er) zu stressendem Trainingspartner ein glücklicher Zufall war.

Weiterlesen: Ist Freddie ein Einzelfall?

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