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Geschichten von unseren und anderen Ziegen

Packziege beim Zehnttag in Bad Wimpfen, Herbst 2003

Am 14.09.2003 folgten wir einer Einladung des Clan McKean zur Darstellung eines historischen Zehnttages in der Altstadt von Bad Wimpfen.

Als freie Bauern mussten auch wir dem Lehnsherrn der Pfalz unseren Zehnt abgeben. Dieser bestand in diesem Jahr aus

  • 1 Milchziege
  • 1 Wollvlies
  • 3 Ziegenfelle

Als Abgabe haben wir unsere weisse Milchziege Saeta mitgenommen, das Vlies und die Felle trug unser Toggenburger-Bock Spot.

Angetan mit unserer Festtagsgewandung wanderten wir von Treffpunkt etwas ausserhalb mit den beiden Ziegen durch die Altstadt von Bad Wimpfen zum Runden Turm, vor dem der Zehnt eingetrieben wurde.

Spot hatte die ersten Meter noch etwas Probleme, die ungewohnten Packkörbe auszubalancieren, fand sich aber nach wenigen Metern gut damit zurecht. Schon hier konnten wir entsprechende Kommentare der "Zivilisten" hören, die sich über die beiden Ziegen amüsierten. Einmal kam es sogar so einem Streitgespräch zwischen zwei Passanten, ob es sich bei Spot nun um einen Esel oder um eine Ziege handele. Der Anblick einer Packziege ist wohl doch zu ungewohnt.

Am Runden Turm angekommen, mussten wir uns durch die umstehenden Zuschauer "wurschteln" und konnten dann Aufstellung in der Reihe der Zehntpflichtigen nehmen.

Recht schnell kamen wir an die Reihe und priesen unserem Lehnsherrn die Qualität der Milch von Saeta an. Angetan von unserem Lob, wollte er natürlich kosten und so molken wir ihm eine kleine Menge Milch in seinen Becher. Dies war ein geplanter Programmpunkt, da wir damit vor allem den zuschauenden Kindern zeigen wollten, dass Milch nicht aus dem Kühlschrank bzw. von Tetrapak kommt. Entsprechend interessiert waren die Reaktionen der Zuschauer und auch etwas amüsiert, da sich Saeta, vom Interesse der Umstehenden etwas "brüskiert", dann doch ein paar Minuten zierte, bevor sie sich melken liess.

Spot nahm das alles sehr gelassen hin. Nachdem der Lehnsherr die Milch für gut und schmackhaft befunden hatte (dass das nicht nur zum Rollenspiel gehörte, sondern ihm die Milch wirklich geschmeckt hat, sagte er uns später), übergaben wir noch das Vlies und die Felle und Spot konnte so von seiner Traglast befreit werden.

Eigentlich hätte Saeta nun in die herrschaftlichen Stallungen gebracht werden müssen, um jedoch das weitergehende Rollenspiel nicht durch das Gemecker der voneinander getrennten Ziegen zu stören, nahmen wir mit beiden im Kreis der anderen Lehnspflichtigen Aufstellung. So in greifbare Nähe der Zuschauer gerückt, genossen Saeta und Spot die Aufmerksamkeit von Kindern und ziegenbegeisterten Erwachsenen in vollen Zügen.

Nach Ende der Zehntübergabe packten wir unsere Abgaben wieder zusammen und luden sie in die Packkörbe von Spot, um dann noch bis um Ende der Aufführung am Rand des Geschehens mit den Ziegen zu bleiben. Beide waren sehr gelassen und blieben ruhig stehend in unserer Nähe, wobei wir sie aus Sicherheitsgründen weiter an der Leine hielten. Sehr bewährt haben sich hier die Halti's, durch die wir die beiden mit minimalen Kraftaufwand kontrollieren konnten.

Dies war nach Ende der Darstellung sehr hilfreich, da Saeta sehr deutlich zu verstehen gab, dass sie nun aber doch genug von dem ganzen Getue habe und schleunigst zurück auf ihre Weide wolle. Immer wieder unterbrochen durch ihre Unmuts-Bocksprünge machten wir uns auf den Weg zurück durch die Altstadt. Spot liess sich gottseidank nicht von Saetas Unmut anstecken, sondern marschierte ruhig und gelassen neben mir her.

Am Auto angekommen, wurde schnell abgesattelt und dann "nix wie "rin" mit den beiden in den zum Ziegentransport umgebauten Golf.

Wieder auf der Weide angekommen, gönnten sich die beiden ein Nickerchen. Der Trubel hat sie dann doch recht angestrengt.

Wir haben diese Gelegenheit natürlich dazu genutzt, weitere Menschen von der Vielseitigkeit von Ziegen zu überzeugen und weitere Kontakte zu knüpfen, um Ziegen als Packtiere vorstellen zu können. Und auch für uns war dieser Tag sehr lehrreich, da wir live erleben konnten, wie gelassen menschenbezogene Ziegen auch in ungewohnten Situationen ihren Menschen folgen und vertrauen.

Schau-Auftritt beim Mittelaltermarkt im Angelbachtal August 2004

Hier seht Ihr Bilder unseres Auftritts in mittelalterlicher Gewandung und Bepackung beim diesjährigen Mittelaltermarkt in Angelbachtal.

Vielen Dank an Andreas Daniel (Fachjournalist), dass er uns diese wunderbaren Bilder zur Verfügung gestellt hat. Und eine Extraportion Leckerli an Spot und Saeta, die wieder souverän und liebenswürdig den Trubel mitgemacht haben.

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