Working Goats Blog

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Freddie`s Blog

Das anclickern............. und was ich heute evtl. anders machen würde

Fangen wir mal mit dem Idealzusstand an. Da ist das zu trainierende Tier für die ersten Clickereinheiten hinter einer Barriere - man nennt das in der Clickerterminologie "geschützter Kontakt".

Warum? Bei Training mit Futter wird oft (und zu recht) kritisiert, dass man sich damit bettelnde, aufdringliche Tiere heranzieht. Deswegen wird gleich in den ersten Trainingseinheiten beim Clickertraining der Grundstein dafür gelegt, dass dasTier bei der Arbeit höflich bleiben und man trainiert so lange im geschützten Kontakt, bis das Tier genug Selbstbeherrschung entwickelt und die Regeln des Spieles verstanden hat.

Ich werde übrigens immer wieder im Blog von ClickerSPIELEN schreiben und das mit gutem Grund: Training ist ernsthaft, Spielen macht Spaß. Und Tiere können und wollen Spaß haben. Für sie ist jedes gut gemachte Training eine Bereicherung des Alltags, ein Spiel, in dem Puzzle gelöst und neue Fähigkeiten geübt werden können.

Weiterlesen: Das ancklickern

In all den Jahren, in denen ich nun mit Packziegen arbeite, habe ich vom Ausbilden scheuer Ziegen abgeraten. Die konventionellen Trainingsmethoden lassen einfach zu wenig Spielraum, um mit dem anderen "Mindset" einer scheu aufgewachsenen oder scheu geborenen Ziege ein effektives Training aufzubauen.

Seit 2014 habe ich zuerst die Ausbildung unserer Ponies, dann der Hunde und schlussendlich auch der Ziegen auf positive Verstärkung - Clickertraining - umgestellt.

Dies hat mir in der Arbeit mit den scheuen Ziegen unserer Herde ganz neue Möglichkeiten eröffnet und sogar die "Transformation" eines Bockes, der sich ein Leben lang weder einfangen noch freiwillig berühren liess, zum Packbock ermöglicht.

Direkt vorab: Freddie wird immer eine Ziege bleiben, die in Stress-Situationen in Angst- oder Meideverhalten zurück fallen wird und kann daher niemals so frei oder unbeschwert, wie andere Packziegen, arbeiten. Aber von einer Ziege, die sich immer im Hintergrund gehalten hat, entwickelte er sich innerhalb weniger Wochen zu einem neugierigen und interessierten Trainingspartner, der auch kniffelige Situationen aushalten kann, wenn man auf ihn eingeht.

 

Da das Training mit Freddie ein fortlaufender Prozeß ist, will ich das als Blog aufbauen. Viel Spaß beim mitlesen.

Futterbelohnung - schlechter Trainer?

 

Das hier gehört zum Thema "Belohnung oder Bestechung" und ist ein wenig eine Fortsetzung dieses älteren Blogs.

Es kommt noch immer vor, dass jemand, der mit Futterbelohnung trainiert, als ein "schlechterer" Trainer betrachtet wird, weil das Tier "tut das ja nur für's Futter".

Ich bin im o.g. Blog schon auf die grundlegenden Gegenargumente eingegangen, warum Futterbelohnung eben nicht schlecht, verwerflich oder einfach nur Bequemlichkeit ist, sondern im Gegensatz dazu sogar grundlegende Bedürfnisse jedes Tieres erfüllt, nämlich Nahrungsaufnahme und somit Erhaltung der Körperfunktionen = Leben.

Weitere Gegenargumente, die man hören kann sind z.B.

"Das Tier soll mich nicht mit Futter in Verbindung bringen?"

Wie soll das gehen? Wenn wir mit Tieren zusammenleben und diese, im Idealfall, selbst versorgen, sind wir die Quelle alles Guten. Wir bringen täglich Futter in die Raufen, wir gewähren Zugang zu frischem Wasser, selbst im Sommer, wenn die Tiere auf der Weide sind, ist es UNSER Verhalten, z.B. des Tor öffnens zur Weide am Morgen oder das Weiterstecken eine Zaunes, das Zugang zu einer wichtigen Resource = Futter ermöglicht.

Unsere Tiere verbinden uns schon längst mit Futter, weil wir ultimativ die Kontrolle hierüber haben. Ob uns diese Tatsache nun gefällt oder nicht.

Weiterlesen: Futterbelohnung - schlechter Trainer?

Die ersten Schritte.....

 

So, weiter geht's!

Auch hier werde ich immer wieder mal kommentieren, was ich heute anders machen würde.

Wir sind am Tag 4 oder 5, Freddie findet das Clickerspiel unheimlich toll und sucht aktiv meine Nähe. Aber mittlerweile haben die anderen Ziegen spitz gekriegt, dass da Leckereien verteilt werden und ich muss mir eine Strategie überlegen, wie ich Freddie weiter für seine Zusammenarbeit belohnen kann ohne ihn dem Stress auszusetzen, von anderen Ziegen gemobbt zu werden oder bei mir bleiben zu sollen, wenn ich durch Energie und Körperhaltung die anderen Ziegen auf Abstand halte.

Mein erster Versuch, Freddie am Strick aus dem Laufstall heraus zu nehmen, ist nicht besonders erfolgreich. Ja, er kommt mit - er kennt aus dem vorherigen Winter, dass es auch draussen was zu fressen gibt aber er fühlt sich von der Herde getrennt sehr unsicher.

Er kann sich Leckerli verdienen durch Handtarget berühren und sich anfassen lassen aber ich merke an der Art, wie er das Futter aus der Hand nimmt = Lippen sind fest(er), er hält das Futter kurz im Maul, bevor er kaut, überlegt länger, ob er das Futter überhaupt nehmen will, dass er unter Stress = Trennungsangst steht.

Weiterlesen: Erste Schritte

Ich bin hungrig - I'm hungry!

Mit diesen Worten beginnt Alexandra Kurland den Blogbeitrag zum Tag 4 ihrer Goat Diaries (Ziegentagebücher, ein fortlaufender Erfahrungsbericht über Clickertraining von Ziegen) und wirft damit wichtige Fragen für Clickertrainer auf.

Goat Diaries Day 4 - I'm hungry

Sie stellt die provokante Frage, ob man wirklich ein positiver Trainer ist! Sind wir ein positiver Trainer, weil wir Futter im Training verwenden? Hat unser tierischer Trainingspartner die gleiche, positive Erfahrung? Oder zwingt ihn Hunger und das Verlangen nach Futter in Trainingssituationen, die ihm dennoch Angst machen?

Weiterlesen: Ich bin hungrig

Motivation und zu schnell zu viel fordern

 

Dieser Blogbeitrag dreht sich nicht so sehr um Freddie’s Fortschritte sondern um Lerntheorie, d.h. die wissenschaftlichen Erkenntnisse, wie Lernen an sich, unabhängig von Spezies, Alter, Geschlecht, vor sich geht.

 

Hier ein Auszug aus dem Originaltrainingstagebuch, den ich dann analysieren werde:

21.01.15
Ich wechsle die Belohnung von Kraftfutter auf Kanne Energiebarren (sehr klein gebrochen).

Anmerkung: die Ponies sind durch die Energiebarren immer gut zu motivieren gewesen, ich gehe davon aus, dass dies bei Freddie auch der Fall sein wird.

Erstmal Skepsis und weniger Enthusiasmus.

Anmerkung: für Freddie haben die Energiebarren wenig Belohnungswert. Sie sind ihm fremd und scheinen ihm nicht zu schmecken.

Weiterlesen: Motivation; zu schnell zu viel gefordert

Der Packsommer 2016

Der Sommer 2016 beginnt im Mai mit einem tollen Spaziergang, bei dem ich mit Freddie, Lucky und Cisco zum ersten Mal in einer kleine Gruppe unterwegs bin.

 

Aus Sicherheitsgründen behalte ich Freddie am Führstrick, denn ich möchte nicht, dass er mir in einem Panikanfall davonrennt.

 

Er macht es sehr gut, kann auch recht bald Leckerli nehmen für Mitkommen, muss aber auch sich ganz viel umsehen. Ich clicke und bestärke jedes „sich zu mir orientieren“ und „mit mir mitgehen“, lasse ihm aber sehr viel Zeit, sich immer wieder für diese Optionen zu entscheiden.

 

Uns begegnende Autos bringen ihn noch aus der Fassung, aber er wird nicht panisch.

 

Freddie's allererster Trainingsspaziergang

 

Nach diesem ersten Spaziergang mache ich mich nochmal ernsthaft an’s Satteltraining und clicke die einzelnen Schritte hierzu sehr kleinschrittig.

Weiterlesen: Der "Packsommer" 2016

Positiv/negativ - was denn nun?

 

Im Tiertraining werden ganz oft zwei Begriffe durcheinander geworfen und mit emotionalen „Ettiketten“ versehen:

 

Die positive und negative Verstärkung und die positive und negative Strafe. Warum diese Konzepte so kompliziert klingen, liegt daran, dass sie aus dem un-emotionalen Studium des Lernverhaltens stammen und dann erst in das Training durch „Otto-Normal-Verbraucher“ übernommen wurden.

 

Positiv und negativ haben daher NICHTS mit emotionalen Zuständen oder Bewertungen zu tun sondern mit mathematischen Beschreibungen: positiv fügt etwas hinzu, negativ nimmt etwas weg.

 

Eine Verstärkung ist etwas, was zu einem vermehrten Auftreten von Verhalten führt. Eine Strafe ist etwas, was zu einer Verringerung von Verhalten führt.

Weiterlesen: Positiv/negativ - was denn nun?

Wenig getan in 2017

In 2017 mache ich wenig mit Freddie. Über den Winter hatte ich mich auf Cisco und Lucky konzentriert und Freddie hat nur normales Kontakttraining gemacht.

 

Umso überraschter war ich, dass er sich im Frühsommer 2017 frei stehend, mitten auf einem Weg – allerdings umgeben von der gesamten Herde – von mir satteln liess.

 

Das war so eine spontane Idee, die auch hätte nach hinten losgehen können, aber das Satteltraining in 2016 gab ihm genug „Rahmen“, um unter geänderten Kriterien doch noch zu wissen, welches Verhalten – still stehen und geradeaus schauen – Erfolg haben würde.

 

Freddie ist daher bei einigen Spaziergängen mit der ganzen Herde gesattelt dabei.

 

Auch beim Highline-Training = angebunden an einem zwischen zwei Bäumen gespannten Seil stehen, macht er sehr gut mit.

 

Highline und freies Mitlaufen mit Sattel

 

Leider sehe ich bei diesen Spaziergängen, dass Freddie eine leichte Bewegungsanomalie an der Hinterhand entwickelt hat – sein Halbbruder Donald hatte das auch, sehr viel stärker, und musste deswegen in 2017 eingeschläfert werden (Lähmungen/Ausfallerscheinungen).

 

Freddie’s Packtraining werde ich daher schweren Herzens nicht weiter vorantreiben, Freddie geht mit der Herde auf Sommerweide und darf Ziege sein.

 

 

Belohnung oder Bestechung?

 

Im letzten Blog habe ich mit dem Satz „Positive Verstärkung ist übrigens NICHT Bestechen mit Futter“ geendet.

 

Jetzt möchte ich auf die Unterschiede zwischen Bestechen und Belohnen eingehen und auf die Frage, warum man überhaupt mit Futter belohnen sollte.

 

Schauen wir uns erstmal die Definition lt. Duden von bestechen und belohnen an.

 

Bestechen = einen andern durch Geschenke, Geldzahlungen o. Ä. für seine eigenen [zweifelhaften] Interessen, Ziele gewinnen [und ihn dabei zur Verletzung einer Amts- oder Dienstpflicht verleiten]

 

Belohnen = zum Dank, als Anerkennung für etwas (mit etwas) beschenken, auszeichnen; eine Tat, eine Leistung anerkennen, vergelten

 

Grob vereinfacht, folgt bei Bestechung das Verhalten der Bestechung z.B. einem vorgehaltenem Futtereimer und folgt bei Belohnung die Belohnung dem Verhalten.

Weiterlesen: Belohnung oder Bestechung

Ist Freddie ein Einzelfall?

Jedes Tier, mit dem trainiert wird, ist eine Einzel-Studie. D.h., man kann aus dem Training mit diesem Tier gezogene Schlüsse und gemachte Erfahrungen nicht unreflektiert auf jedes andere Tier übertragen.

 

Somit stellt sich die berechtigte Frage, ob die Verwandlung von Freddie von einer „fass‘ mich nicht an“-Ziege zu einem motivierten, wenn auch weiterhin leicht(er) zu stressendem Trainingspartner ein glücklicher Zufall war.

Weiterlesen: Ist Freddie ein Einzelfall?

Der erste Rückschritt - was veränderte Randbedingungen alles beeinflussen können

 

So, nach jeder Menge Lerntheorie geht es jetzt weiter mit Freddie's Fort- bzw. unseren Rückschritten.

 

Es ist mittlerweile Juni 2015.

 

Die Ziegen sind auf grossen Weiden und Freddie lässt sich nicht anfassen.

 

Was ist passiert?

 

Die Trainingsbedingungen haben sich verändert, Zwischen Mitte März und dem Weideauftrieb habe ich nur wenig trainiert. Training findet nicht in luftleerem Raum statt, für unsere Tiere (und auch für uns) ist jeder Bestandteil einer Trainingssituation wichtig, so auch der Ort, an dem das Training stattfindet.

Weiterlesen: Der erste Rückschritt - was veränderte Randbedingungen alles beeinflussen können

Neue Dinge allerorten

Keine Sorge, das ist kein toter Freddie, sondern ein Freddie, der im feuchten Sommer 2017 einen warmen Tag geniesst.

Ich habe nicht viel geschrieben in den letzten Monaten.

Was ich gemacht habe, war, mich fortzubilden und das erworbene Wissen in die Praxis umzusetzen.

Im Winter begann ich mit einem Online-Kurs bei Karolina Westlund, einer schwedischen Ethologin (Verhaltensforschung bei Tieren), die Verhaltensanalysen und positive Bestärkung im Umgang mit Zootieren lehrt und als Beraterin für zoologische Gärten die praktische Anwendung dieser Erkenntnisse begleitet.

Weiterlesen: Neue Dinge allerorten

Neue Aufgaben und Stolpersteine

 

Den August 2015 spielen Freddie und ich mit zwei Dingen: halftern und Füsse geben.

 

Das halftern möchte ich genauso aufbauen, wie es mit vielen Pferden trainiert wird, nämlich, dass er eigenständig den Kopf in das ihm präsentierte Halfter steckt und dann so lange still hält, bis das Halfter geschlossen ist.

 

Dieses eigenständige „Kopf in’s Halfter stecken“ kann sich dann später zu einem „ich bin bereit“-Signal entwickeln, mit dem er mir signalisieren kann, ob er mental für ein Trainingsspiel bereit und in der Lage ist.

Weiterlesen: Neue Aufgaben und Stolpersteine

Wer die Wahl hat.......

Es geht weiter mit mehr Lern- und Verhaltenstheorie. Dieser Blog ist vor allem hilfreich bei scheuen Tieren und/oder bei Prozeduren/Situationen, die potentiell unangenehm oder angsteinflössend sind.

Kontrolle und Wahl sind primäre Verstärker!

Moment, werden jetzt viele sagen, wie kann ich meiner Ziege Kontrolle über eine Situation geben, die wird doch nie im Leben zu etwas „ja“ sagen, was ihr Angst macht oder unangenehm ist.

Doch, das geht. Und die Tatsache, dass die Ziege Kontrolle über eine Situation bekommt, die nicht 100% positive Konsequenzen hat (oder vielleicht auch „nur“ anstrengend ist), ist ein grosser Bonus beim Training.

Weiterlesen: Wer die Wahl hat.....

Der zweite Winter

Wir renovieren im Herbst 2015 und so stoppt das Training für mehrere Monate. Im August habe ich noch ganz langsam mit Satteltraining angefangen. Den Sattel gezeigt und jedes Interesse, beschnuppern, ruhiges Stehen geclickt.

Wir sind bis zum Sattel auf den Rücken legen gekommen aber Gurte schliessen zeigt dann wieder Lücken im Training.

 

Freddie ist neugierig, enorm auf meine Hand fixiert und kann die Anforderung, nun ruhig stehen zu bleiben, während ich an ihm und um ihn herum „wurschtele“ noch nicht umsetzen. Ganz oft dreht er den Kopf zu mir, macht einen Schritt rückwärts oder zur Seite.

 

Diese Übung muss also wieder in viel kleinere Schritte zerlegt werden, wie z.B. dass ich mich erst mal mit mehr Distanz zu Freddie bücke, das „unter den Bauch greifen“ in einem Abstand simuliere, in dem er sich nicht beunruhigt fühlt.

 

Oder Berührungsreize am Bauch zulassen und dabei stehen bleiben.

 

Das sind ein paar der Dinge, die wir im August 2015 noch angehen. Daneben übe ich mit Freddie das Verlassen des Laufstalles und mit mir alleine im Innenhof und Carport zu sein, was ihm, abhängig von der Tagesform unterschiedlich schwer fällt.

Weiterlesen: Der zweite Winter!

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