Statistics

Benutzer
1
Beiträge
55
Beitragsaufrufe
566412

Uncategorised

Geschichten von unseren und anderen Ziegen

Packziege beim Zehnttag in Bad Wimpfen, Herbst 2003

Am 14.09.2003 folgten wir einer Einladung des Clan McKean zur Darstellung eines historischen Zehnttages in der Altstadt von Bad Wimpfen.

Als freie Bauern mussten auch wir dem Lehnsherrn der Pfalz unseren Zehnt abgeben. Dieser bestand in diesem Jahr aus

  • 1 Milchziege
  • 1 Wollvlies
  • 3 Ziegenfelle

Als Abgabe haben wir unsere weisse Milchziege Saeta mitgenommen, das Vlies und die Felle trug unser Toggenburger-Bock Spot.

Angetan mit unserer Festtagsgewandung wanderten wir von Treffpunkt etwas ausserhalb mit den beiden Ziegen durch die Altstadt von Bad Wimpfen zum Runden Turm, vor dem der Zehnt eingetrieben wurde.

Spot hatte die ersten Meter noch etwas Probleme, die ungewohnten Packkörbe auszubalancieren, fand sich aber nach wenigen Metern gut damit zurecht. Schon hier konnten wir entsprechende Kommentare der "Zivilisten" hören, die sich über die beiden Ziegen amüsierten. Einmal kam es sogar so einem Streitgespräch zwischen zwei Passanten, ob es sich bei Spot nun um einen Esel oder um eine Ziege handele. Der Anblick einer Packziege ist wohl doch zu ungewohnt.

Am Runden Turm angekommen, mussten wir uns durch die umstehenden Zuschauer "wurschteln" und konnten dann Aufstellung in der Reihe der Zehntpflichtigen nehmen.

Recht schnell kamen wir an die Reihe und priesen unserem Lehnsherrn die Qualität der Milch von Saeta an. Angetan von unserem Lob, wollte er natürlich kosten und so molken wir ihm eine kleine Menge Milch in seinen Becher. Dies war ein geplanter Programmpunkt, da wir damit vor allem den zuschauenden Kindern zeigen wollten, dass Milch nicht aus dem Kühlschrank bzw. von Tetrapak kommt. Entsprechend interessiert waren die Reaktionen der Zuschauer und auch etwas amüsiert, da sich Saeta, vom Interesse der Umstehenden etwas "brüskiert", dann doch ein paar Minuten zierte, bevor sie sich melken liess.

Spot nahm das alles sehr gelassen hin. Nachdem der Lehnsherr die Milch für gut und schmackhaft befunden hatte (dass das nicht nur zum Rollenspiel gehörte, sondern ihm die Milch wirklich geschmeckt hat, sagte er uns später), übergaben wir noch das Vlies und die Felle und Spot konnte so von seiner Traglast befreit werden.

Eigentlich hätte Saeta nun in die herrschaftlichen Stallungen gebracht werden müssen, um jedoch das weitergehende Rollenspiel nicht durch das Gemecker der voneinander getrennten Ziegen zu stören, nahmen wir mit beiden im Kreis der anderen Lehnspflichtigen Aufstellung. So in greifbare Nähe der Zuschauer gerückt, genossen Saeta und Spot die Aufmerksamkeit von Kindern und ziegenbegeisterten Erwachsenen in vollen Zügen.

Nach Ende der Zehntübergabe packten wir unsere Abgaben wieder zusammen und luden sie in die Packkörbe von Spot, um dann noch bis um Ende der Aufführung am Rand des Geschehens mit den Ziegen zu bleiben. Beide waren sehr gelassen und blieben ruhig stehend in unserer Nähe, wobei wir sie aus Sicherheitsgründen weiter an der Leine hielten. Sehr bewährt haben sich hier die Halti's, durch die wir die beiden mit minimalen Kraftaufwand kontrollieren konnten.

Dies war nach Ende der Darstellung sehr hilfreich, da Saeta sehr deutlich zu verstehen gab, dass sie nun aber doch genug von dem ganzen Getue habe und schleunigst zurück auf ihre Weide wolle. Immer wieder unterbrochen durch ihre Unmuts-Bocksprünge machten wir uns auf den Weg zurück durch die Altstadt. Spot liess sich gottseidank nicht von Saetas Unmut anstecken, sondern marschierte ruhig und gelassen neben mir her.

Am Auto angekommen, wurde schnell abgesattelt und dann "nix wie "rin" mit den beiden in den zum Ziegentransport umgebauten Golf.

Wieder auf der Weide angekommen, gönnten sich die beiden ein Nickerchen. Der Trubel hat sie dann doch recht angestrengt.

Wir haben diese Gelegenheit natürlich dazu genutzt, weitere Menschen von der Vielseitigkeit von Ziegen zu überzeugen und weitere Kontakte zu knüpfen, um Ziegen als Packtiere vorstellen zu können. Und auch für uns war dieser Tag sehr lehrreich, da wir live erleben konnten, wie gelassen menschenbezogene Ziegen auch in ungewohnten Situationen ihren Menschen folgen und vertrauen.

Schau-Auftritt beim Mittelaltermarkt im Angelbachtal August 2004

Hier seht Ihr Bilder unseres Auftritts in mittelalterlicher Gewandung und Bepackung beim diesjährigen Mittelaltermarkt in Angelbachtal.

Vielen Dank an Andreas Daniel (Fachjournalist), dass er uns diese wunderbaren Bilder zur Verfügung gestellt hat. Und eine Extraportion Leckerli an Spot und Saeta, die wieder souverän und liebenswürdig den Trubel mitgemacht haben.

Ziegen als Packtiere

In den meisten Fällen wird der Einsatz eines kastrierten Bockes als Arbeitsziege empfohlen. Böcke werden um einiges grösser als Ziegen und sind daher kräftiger, wobei auch eine weibliche Ziege eine ihr angepasste Last ziehen bzw. tragen kann. Werden Böcke eingesetzt, empfiehlt es sich, diese zu kastrieren, da damit einmal der starke Bockgeruch und auch das geschlechtstypische Verhalten der Böcke, dass einen Einsatz als Arbeitstier erschweren kann, vermieden werden.

Ziegen werden seit mehreren hundert Jahren als Packtiere in den unwegsamen Gebirgsregionen der Balkanländer eingesetzt, teilweise bis heute. Auch in den Vereinigten Staaten kommt es seit den 1970er Jahren verstärkt zum Einsatz von Ziegen als Packtiere, es hat sich daraus sogar ein richtiger Tourismus-Zweig in den Gebirgen der USA entwickelt. Anfang des Jahres 2001 wurde die North American Pack Goat Association (NAPGA) gegründet. Jedoch geraten die Ziegenpacker seit einigen Jahren immer mehr in's Abseits und werden aus den Naturparks der USA verdrängt.

Es kommt zu Interessenkonflikten zwischen Naturschützern (hier vor allem hinsichtlich der Mountain Goats) und den meist unbeaufsichtigt weidenden Landschaftspflegeherden, mit denen die Ziegenpacker in einen Topf geworfen werden.

Eine Ziege sollte nicht mehr als 20 - 30kg bzw. maximal 25% des eigenen Körpergewichtes tragen. Als Faustregel gilt, je geringer die Traglast, umso höher ist die mögliche, zurückgelegte Wegstrecke. Legen Sie auf Ihren Wanderungen regelmässig kurze Pausen sowie ein längere Mittagspause ein, damit Ihre Ziege etwas fressen und während der Mittagspause wiederkäuen kann. Jede Ziege, die als Arbeitstier eingesetzt wird, benötigt eine gute und solide Grundausbildung.

Erst, wenn sie diese erfolgreich durchlaufen hat, kann mit dem eigentlichen Fahr- oder Packtraining begonnen werden.Denken Sie daran, eine Ziege als Packtier leistet Arbeit. Sie muss daher entsprechend gefüttert und gepflegt werden:- passen Sie die Futterration dem Allgemeinzustand der Ziege an. Eine Packziege darf durchaus eine tägliche Ration Zusatzfutter erhalten, wenn sie regelmässig und mehrmals die Woche arbeitet.


ACHTUNG! Kastrierte Ziegenböcke neigen zur Bildung von Blasensteinen, daher sollten gewisse Dinge bei der Fütterung beachtet werden!

Kontrollieren Sie regelmässig den Körper der Ziege auf evtl. Druck- oder Scheuerstellen durch den Packsattel oder das Halfter. Beim Auftreten solcher Stellen ist mit der Arbeit bis zum Abheilen der Wunden auszusetzen. Auch sollten Sie den Packsattel und Unterlage erneut auf Passform kontrollieren. Halten Sie die Klauen in einem guten Zustand. Regelmässiges Klauenschneiden sollte - gerade bei Arbeitsziegen - obligatorisch sein. Halten Sie Ihre Ziege in einer guten Kondition. Sie können einer Ziege, die wochen- oder gar monatelang keine Arbeit geleistet hat, keinen Tagesmarsch abverlangen. Hier muss wieder mit kleinen Trainingseinheiten begonnen werden.

Mehr Informationen zur Fütterung, Klauenpflege, Blutwerte und andere physiologische Daten von Ziegen finden Sie unter dem Menüpunkt "Gesundheit und Pflege".

Ziegen, die gleichzeitig Jungtiere säugen, werden doppelt belastet. Daher ist die Anforderung an die Tragleistung solange zurückzuschrauben, bis die Jungtiere abgesetzt sind. Hat die Ziege ein grosses Euter, ist in dieser Zeit sogar ganz von einem Arbeitsabsatz abzusehen (Verletzungsgefahr des Euters).

Hier eine Sammlung von Videos aus den vergangenen Jahren:

Dokumentation des Aufbautrainings für eine Halbtagestour und ab zweiter Hälfte des Videos eine Gegenüberstellung der verschiedenen Sättel und deren Paßform auf verschiedenen Ziegen

Dokumentation des Trainings einer zahmen, älteren Ziege von Landschaftspflege zur Packziege.

Umtrieb der ganzen Herde zu einer neuen Weide, einfach so zum Spaß gucken.

Grundtraining der Nachwuchspackgruppe im Frühjahr 2013

und weiter mit dem Grundtraining, Tag 2 und 3

der erste Trainingsspaziergang im Frühjahr 2011

einer der ersten Ausbildungsspaziergänge mit Jungböcken im Winter 2010

 

Welcome to Working-Goats.de!
 

This webside is dedicated to the working goat. As little is and was known about working goats in Germany and a lot of information is already available in English, the main purpose of this side is to provide information for German goat lovers. Nevertheless, every goatlover, goatpacker and/or goatdriver is welcome to contribute!

 


Ich möchte auf dieser Seite über den Einsatz von Ziegen als Arbeitstiere berichten.

 

Ziegen gehören zu den am frühesten domestizierten Tieren. Erste Anhaltspunkte findet man im Nahen Osten und in der afrikanischen Hemisphäre, wo Ziegen noch heute das Bild vieler Landschaften prägen.

 

diverses_231207-015

 

In der Antike verbreiteten sie sich weiter im gesamten Mittelmeerraum. Welche Stellung die Ziege in den damaligen Kulturen einnahm, zeigt sich z.B. in der griechischen Mythologie, die den Gott Pan, den Gott der Tiere und des Waldes, als eine Kreatur halb Mensch - halb Ziegenbock darstellt.

Und in der Mythologie finden wir auch schon erste Hinweise auf den Einsatz von Ziegen als Arbeitstiere: Der Streitwagen des germanischen Donnergottes Thor wird von zwei Ziegenböcken gezogen.

 

Werden Ziegen als Arbeitstiere erwähnt, werden sie meist als Zugtiere vor Leiterwagen oder kleineren Karren beschrieben, seltener ist der Hinweis auf Ziegen als Packtiere. Als solche werden sie noch bis heute in den Gebirgsregionen der slawischen Länder eingesetzt und wurden in den 1970er Jahren in den USA für diese Aufgabe quasi "neu entdeckt". Eine amerikanische Ziegenzüchterin beschrieb ihr Zuchtziel so:

 

 "A goat to boldly go where no goat has gone before".

Star Trek-Fans kennen diesen Ausspruch, für die anderen übersetze ich ihn kurz "mutig dahin zu gehen, wo noch nie zuvor eine Ziege gewesen ist".

Literaturvorschläge und Rezensionen

Gute Bücher über Ziegen sind schwer zu finden. Hier sind meine Favoriten

Titel, Autor, Verlag
Meine Meinung

Dr. med.vet.. Josef G. Regli, Ziegen - die wichtigsten Krankheiten

Verlag Marianne Brunner, Schweiz

ein liebevoll gemachtes Buch mit wunderschönen Zeichnungen, die Sachverhalte näherbringen oder auch nur den Text liebevoll aufwerten. Die Sachverhalte sind für Laien verständlich dargestellt, Fachlatein wird weitestgehend vermieden, trotzdem kann auch der versierte Ziegenhalter noch viel nützliches aus diesem Buch mitnehmen. Sehr auschlussreich sind Ausführungen über die Zusammenhänge von Stallklima, Fütterung, Aufzucht und Immunsystem zur Vermeidung von Erkrankungen im Bestand.

Nachgetragen werden sollten einige Anleitungen zur Anwendung von vorgeschlagenen Behandlungen z.B. wie eine Magensonde gelegt wird oder eine Zwangsernährung vorzunehmen ist. Alles in allem aber ein "rundes" und empfehlenswertes Buch.

Meine Bewertung: Für Einsteiger und Fortgeschrittene geeignet

Dr. med.vet. Wolfgang Becvar, Ziegen und Schafe natürlich heilen

Ulmer Verlag

Eines der Bücher aus der "natürlich heilen"- Serie von Dr. Becvar. Wie bei den anderen Büchen beschreibt er verschiedene natürliche Heilmethoden (wie Homöopathie, Reiki, Aromatherapie) mit Blick auf die wichtigsten Erkrankungen von Schafen und Ziegen, wobei die sehr knappe Ziegensektion, bei der immer wieder auf die Schaferkrankungen verwiesen wird und der Leser im Buch zurückblättern muss, dem Buch zwar wenig Umfang verleiht, in der schnellen Anwendung jedoch Minuspunkte verzeichnen muss. Die Bücher von Dr. Becvar sind nicht für jedermann geeignet, da er einen für viele zu anthroposophischen Standpunkt in der Haltung und Heilung von Tieren vertritt. Jedem, der seinen Ideen offen gegenübersteht, sind manche Hintergrundgedanken zur Entstehung von Krankheiten sicherlich ein nützlicher Hinweis, die Tierhaltung zu überdenken.

Wenig ausführlich und für Ungeübte absolut ungeeignet sind die Therapievorschläge, die in ihrer Vielfalt erschlagend wirken können und dazu verführen, mit möglichst vielen Mitteln gleichzeitig zu arbeiten, als sich auf die für das Tier und die Umstände passenden zu konzentrieren. Sehr grosse und häufige Gaben von hom. Hochpotenzen bergen die Gefahr von Überdosierung, die Mittel sind nur spärlich umrissen und machen eine Differenzierung sehr schwer.

Meine Bewertung: Für Einsteiger und heilkundliche Laien nur sehr bedingt geeignet, nur hilfreich für geistig offene Menschen

Dr. vet.med.Geoge McLeod, Goats - Homoeopathic Remedies

zu beziehen bei Amazon.de

nur in englisch erschienenes Buch zur homöopathischen Behandlung von Ziegen. Die Beschreibung der Krankheiten ist sehr kurz, die Mittel werden knapp umrissen, mehr ist aufgrund des Taschenbuchformats dieses Buches nicht möglich. Erfordert Grundkenntnisse der Homöopathie, um sich in der Mittelwahl sicher zu sein. Leider sind einige der genannten Homöopathika in Deutschland nicht mehr erhältlich bzw. deren Anwendung bei Nutztieren nicht mehr erlaubt.

Meine Bewertung: Für Einsteiger und homöopathische Laien nur bedingt geeignet.

Carolyn Eddy, Practical Goatpacking

 

das im Moment einzige Buch, das zum Thema Packziegen erhältlich ist, leider nur in englisch erschienen. Gute Basisliteratur, umfasst auch Grundthemen wie Krankheiten, Haltung und Fütterung. Einige Punkte sind zu sehr auf die Verhältnisse in den USA bezogen - wo in Europa kommt es zu Attacken von Bären oder Pumas? - aber alles in allem ein gutes Einsteigerbuch zum Thema.

Meine Bewertung: Für Einsteiger sehr gut geeignet

Carolyn Eddy,
Diet for Wethers

übersichtliches Buch zu den speziellen Bedürfnissen eines kastrierten Ziegenbockes in punkto Fütterung. Im Basisteil wird auf die Grundbedürfnisse von Ziegen eingegangen (Eiweiss, Kohlenhydrate, Fett, Mineralstoffe und Vitamine), danach werden fütterungsbedingte Erkrankungen besprochen und eine Anleitung zur Bewertung von Einzelfuttermitteln und Mischfuttern besprochen. Die besprochenen Mischfutter sind USA-gängige Marken und in Deutschland nicht unbedingt erhältlich. Die Besprechung der Beipackzettel durch die Autorin hilft jedoch, hier erhältliche Futtermischungen zu bewerten. Gewöhnungsbedürftig sind die englischen Namen der Einzelfutter, hier macht man sich am besten einmal die Mühe, mit Hilfe eines Wörterbuchs die deutschen Namen zu ermitteln und als "Vokabeln" im Buch zu hinterlegen.

Meine Bewertung: wer sich noch nicht mit Ziegenfütterung beschäftigt hat, findet gute Basisinformationen. Für Fortgeschrittene wird das Basiswissen nochmals wiederholt und dann ergänzt.

Diane Gray
Nanny Manicures

 

eine kleine Broschüre zur Klauenpflege bei Ziegen. Neben der Anatomie der Klaue geht die Autorin dann auf Fehlstelllungen und deren Korrektur sowie Klauenprobleme ein. Ein - leider viel zu kurzer - Abschnitt über Fütterung zur Unterstützung der Klauengesundheit schliesst das Büchlein ab.

Meine Bewertung: obwohl das "Büchlein" auf den ersten Blick sehr simpel erscheint, kann man viele nützlichen Hinweise und Tipps daraus entnehmen und wird es immer wieder durchblättern, wenn Fragen zur Klauenpflege auftreten.

Basic Hoof Trimming Video
North West Packgoats

dieses ca. 20min. englischsprachige Video ist die ideale Ergänzung zu dem Buch "Nanny Manicures". Hier wird in Bild und Wort gezeigt, was Diane Gray in ihrem Buch beschreibt (Klauenschneidetechniken, Korrektur und Erkennen von Fehlstellungen). Einziges Manko: es wird die Verwendung einer Schleifscheibe bei grossen Beständen empfohlen. Trotz Sicherheitshinweis vom Verfasser halte ich diese Methode zum Klauenschneiden für denkbar ungünstig.

Meine Bewertung: abgesehen von dem oben angesprochenen Punkt eine gute Anleitung zum Klauenschneiden

Dr. C. Naaktgeboren
The Mysterious Goat

Verlag BBPress, Holland

auf über 300 Seiten geht der pensionierte Zoologe und Ziegenspezialist Dr. C. Naaktgeboren auf die Geschichte von Menschen und Ziegen, Domestikation, Zusammenleben, kulturelle, religiöse, mystische und gesellschaftliche Phänomene in der Haltung von Ziegen ein. Neben einer enorm umfangreichen Bebilderung zum Zusammenleben von Menschen und Ziegen (Gemälde, Zeichnungen, Photografien, Werbeträger, Postkarten, etc.) kann Dr. Naaktgeboren auch noch mit vielen kleinen Hinweisen aufwarten, über Verhalten, Rassegeschichte, Gesundheit und Haltung, die man in kaum einem Ziegenbuch so komprimiert finden wird.

Meine Bewertung: das Buch erscheint auf den ersten Blick sehr teuer (über EUR 47,--), nach dem Durchsehen und Durchlesen wird jedoch klar, dass es jeden Cent wert ist. Für Ziegenliebhaber, die sich auch für den historischen Aspekt der Ziegenhaltung interessieren, eine wahre Schatzgrube.

Marianne Brunner
Der grosse Zwergziegen-Ratgeber

 

Ebenso liebevoll bebildert wie "Ziegen - die wichtigsten Krankheiten" geht der Zwergziegen-Ratgeber ganz speziell auf die Besonderheiten in der Haltung von Zwergziegen ein. Fütterung, Bedarf an Mineralstoffen, Haltung, Anregungen zum Stall- und Zaunbau, Zusammensetzung der Herde, ziegen- und zwergziegentypische Krankheiten und Verhaltensweisen.

 

Meine Bewertung: ein informatives Buch, das für den (zukünftigen) Hobbyhalter/Zwergziegenhalter sehr viele Denkanstösse liefert und klar macht, dass Ziege und Zwergziege nicht das gleiche sind.

Pat Coleby
Natural Goat Care

 

Pat Coleby ist eine australische Ziegenhalterin, die sich seit Jahrzehnten mit naturnaher Haltung von Ziegen beschäftigt und sich dafür einsetzt, gesundheitliche Probleme durch eine Optimierung der Haltung und Versorgung der Tiere mit Mineralstoffen zu behandeln. Das Buch wirft einige provokante Thesen auf, die eine Überprüfung vor Ort in Zusammenarbeit mit einem ziegenerfahrenen Tierarzt und/oder Futterspezialisten wert sind. Wichtig ist, nicht aus dem Auge zu verlieren - und die Autorin betont dies auch - dass die gemachten Empfehlungen auf die Ziegenhaltung im extremen Klima von Australien zugeschnitten sind. Sicherlich müssen einige der Empfehlungen für die Fütterung von Ziegen in Europa überdacht werden.

Meine Bewertung: ein provokantes Buch, das zum Nachdenken und immer wieder Nachlesen anregt.

Juliette de Bairacli-Levy
Complete Herbal Handbook for Farm and Stable

 

Juliette de Baraicli-Levy gilt als DIE Pionierin der Kräuterheilkunde bei Haus- und Nutztieren. Auf lebenslangen Reisen hat sie Rezepte und Wissen über die Anwendung von Kräutern bei verschiedenen Tierarten zusammengetragen und in diversen Büchern veröffentlicht. Das beschriebene Buch liegt meines Wissens nur in Englisch vor. Die Kräuterbeschreibungen sind ausführlich, mit Hilfe eines Wörterbuchs kann man die englischen Pflanzennamen gut übersetzen. Der Text ist flüssig geschrieben, die Sprache einfach gehalten. Neben der ausführlichen Beschreibung der Kräuter enthält das Buch in verschiedenen Kapiteln Therapievorschläge zur Behandlung gängiger Krankheiten bei Schafen, Rindern, Ziegen, Lämmern, Geflügel und Hofhunde. Juliette Bairacli-Levy hat im jahrelangen Umgang mit den Kräuterbehandlungen eine Sicherheit in der Anwendung erworben, die sich im Text wiederspiegelt.

Meine Meinung: auch ein provokantes Buch, manche Behandlungsvorschläge, wie z.B. das von ihr regelmässig vorgeschlagene Fasten-lassen der Wiederkäuer, sind mir (noch) zu gewagt, wobei sie damit wohl regelmässig gute Erfolge erzielt hat. Nur bedingt für Anfänger in der Ziegenhaltung und Kräuterkunde geeignet, Fortgeschritte erhalten nützliche Hinweise.

John Mionczynski

The Packgoat

 

 Die "Bibel" der Ziegenpacker und somit das erste Buch das jemals über Packziegen geschrieben wurde. John Mionczynski entwickelte in den 1970er Jahren das Ziegenpacken während seiner Arbeit als Wildtierbiologe. Sein Buch enthält viele neue Fakten über Ziegenverhalten, gemixt mit praktischen Ratschlägen zu vielen Aspekten der Haltung und Ausbildung von Packziegen. Mit Humor und einer unglaublichen Liebe zu Ziegen geschrieben.

Meine Meinung: Sowohl für Anfänger als auch Fortgeschrittene in der Packziegenwelt geeignet. Eröffnet neue Blickpunkte über die Leistungsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit von Ziegen. Eine Schatzgrube

 

Die meisten dieser Bücher sind in Deutschland nicht erhältlich und wurden bis vor einigen Jahren von mir im Shop der Working Goats angeboten. Mit Schliessung des Shops ist diese Möglichkeit vorerst nicht gegeben, ich arbeite jedoch an Lösungen, um wenigstens die Bücher und Videos wieder anbieten zu können.

 

Navigationspfad