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Studien zur Integration neuer Ziegen und zeitweiser Trennung von der Herde

Wir haben in den Anfangsjahren oft neue Ziegen in die bestehende Herde integriert - wir waren auf der Suche nach "der" Packziege. Die haben wir zwar nicht gefunden, aber dafür viele interessante Ziegenpersönlichkeiten kennenlernen dürfen und auch einiges beobachten können, was bei Integrationen so vor sich geht.

Interessanterweise beschäftigen sich auch Verhaltensforscher mehr und mehr mit Ziegen und so wurde in 2013 die folgende Studie zu körperlichen und emotionalen Reaktionen von Ziegen während der Integration in eine bestehende Herde veröffentlicht.

Behavioural and physiological reactions of goats confronted with an unfamiliar group either when alone or with two peers

Es wurden Vergleiche angestellt, wie sich Ziegen verhalten und wie hoch deren Stress ist, wenn sie entweder alleine oder mit einem vertrauten Artgenossen zusammen in eine neue Gruppe integriert werden.

Dabei stellte sich heraus, dass Ziegen, die mit einem Partner integriert werden, niedrigere Stresslevel (Cortisolausschüttung) haben und es ihnen gegenüber zu weniger antagonistischem (feindseligem) Verhalten kommt, als auch, dass sich Ziegenpartner öfter gegen die neue Gruppe stellen als Einzelziegen.

 

Eine Studie aus 2012 bestätigt, was einem aufmerksamen Ziegenhalter bekannt ist, nämlich, dass eine Ziege, die von der Herde getrennt wird, Stress hat, weniger frisst und sich weniger niederlegt (z.B. zum wiederkäuen).

Factors influencing the welfare of goats in small established groups during the separation and reintegration of individuals

Was wir als Ziegenpacker auch aus dieser Studie mitnehmen können, ist, dass gerade beim Anfangstraining und wenn man nur mit einer einzelnen Ziege trainiert, wir deren Stresslevel (und damit verringerter Fähigkeit zu lernen) berücksichtigen müssen. Trennungsangst ist bei einem Beutetier eine berechtigte und tief verwurzelte Angst. Diese kann mit langsam aufgebautem Training und der Lernerfahrung, dass a) es immer wieder zur Herde zurückgeht und b) (hoffentlich) nichts Böses während der Trennung passiert (hier sind wir als Trainer in der Pflicht, die Trainingsumgebung entsprechend aufzubauen) verringert werden.

Ich würde jedoch sagen, dass auch zurückbleibende Ziegen ein gewisses Stresslevel erfahren (in der Studie wird hierauf nicht eingegangen), denn ich konnte bei der zurückbleibenden Gruppe oft eine gewisse Unruhe beobachten, die sich erst legte, wenn sowohl die Packgruppe als auch die "Nicht"-Packer durch regelmässiges Training die Erfahrung machen konnten, dass die Trennung nur zeitweise ist.

 

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