Working Goats Blog

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Denn aktuell lebt mit uns der nun 15jährige Brownie. Im späten Frühjahr war für mich „klar“, dass er nur noch ein paar Wochen mit guter Lebensqualität haben würde. Er fraß schlecht, zeigte deutliche Arthrosebeschwerden, wurde von der Herde gemobbt.

 

Mit dem Weideaustrieb blieb er zu Hause, er sollte noch ein paar „gute“ Wochen haben. Tja, aus den guten Wochen sind nun Monate geworden. Er hat sauber abgehaart, das Sommerfell ist glatt und dicht, er bewegt sich besser in den warmen Temperaturen und frisst, wenn auch langsam, deutlich besser als im Frühjahr. Ein Wechsel aus frischen Blättern, Kraftfutter, Gras- und Maiscobs erhält seinen Appetit. Er begrüsst mich, geniesst seine Krauleinheiten und ist im Tagesverlauf auch immer mal aktiv unterwegs, auch wenn seine Ruhephasen länger erscheinen, als bei den jüngeren Ziegen. Andererseits verbringen diese im Moment auch gut und gerne 80% des Tages ruhend im Schatten und warten ein abklingen von Hitze und Insektenbelästigung ab.

 

Auf der anderen Seite mussten wir eine deutlich jüngere Ziege im Frühjahr einschläfern lassen, weil sich bei ihr das oben beschriebene Pansenversagen zeigte.

 

Was im Endeffekt nur beweist, dass es kein klares „wenn, dann“ gibt. Nicht, wenn die Ziegen in unserer Obhut leben. Wildtiere würden einer sehr klareren und unbarmherzigeren Selektion unterliegen. Brownie wäre schon längst von einem Beutegreifer gefressen worden.

 

Aber er lebt nicht wild, er hat den „Luxus“ eines Lebensabends. Wirtschaftlichkeit, das ist ganz klar, ist kein Argument in solch einem Fall.

 

Wichtig bleibt, meiner Meinung, jedoch, dass man immer wieder mal überprüft oder durch einen Tierarzt, etc. prüfen lässt, ob die Lebensqualität des Tieres noch in Ordnung ist. Bei anstehenden Behandlungen klar abwägt, was an Belastungen für das Tier und die eigenen Finanzen einem Nutzen gegenüberstehen. Wie sicher dieser Nutzen sein wird oder ob es sich nur um ein Aufschieben oder sogar Leidensverlängerung handeln würde.

 

Und, auch das ist wichtig, ob man sich selbst mit der Pflege und Betreuung des Seniors aufreibt und im "festhalten um jeden Preis" gefangen ist.

 

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