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  • Wie „sichere“ ich eine Ziege?

    Halsbänder sind im täglichen Umgang bequem, aber auch eine Gefahr für Leib und Leben, wenn falsch eingesetzt.

    - zu weit verschnallt: je mehr „Luft“ zwischen Hals und Halsband ist, umso höher das Risiko für Hängenbleiben und Verletzungen. Ich sehe immer wieder auf Fotos „bequem“ eingestellte Halsbänder, die lose ganz unten am Hals der Ziege liegen. Bequem mögen sie sein, aber das Risiko, dass die Ziege beim Kratzen mit einem Hinterbein; beim Klettern in einen Baum oder eine Hecke an einem Astvorsprung hängen bleibt oder beim Rangkampf mit einem gehörnten Partner der Partner sich mit den Hörnern im Halsband verfängt, ist bei dieser auf den ersten Blick so angenehmen Weite das höchstmögliche.

    Also: eher enger verschnallen. Ich kalkuliere 2 Fingerbreit, die zwischen Halsband und Hals passen müssen, wenn ich das Halsband DIREKT HINTER DEN OHREN anlege.

    Dann rutscht das Halsband bis maximal auf Halsmitte herunter und liegt trotzdem lose genug, um weder Atmung noch Nahrungsaufnahme oder Wiederkäuen zu behindern.



    - zu haltbares Material: das ist ein Balanceakt. Natürlich will ich, dass so ein Halsband eine bestimmte Belastung, z.B. beim Anbinden oder Führen, aushält. Aber zu reiß- und bruchfestes Material trägt wiederum ein hohes Risiko für Verletzungen und Tod durch Strangulieren mit sich.

    Ich habe das für unsere Herde wie folgt gelöst: Halsbänder mit Metall-Dornschnallen sind die absolute Seltenheit und kommen nur dann zum Dauer-Einsatz, wenn es die Weideumgebung und die Herdenzusammensetzung zulassen. Ansonsten werden diese Halsbänder nur verwendet, wenn ich die Tiere unter Aufsicht habe, wie z.B. einer Packtour und ich einen hoch belastbaren Verschluss benötige (denn ich habe so ein paar Kandidaten, die haben gelernt, wie man ein Halsband mit Kunststoffverschluss zerreisst).



    Halsbänder für „mal kurz festhalten, weil man was kontrollieren will“ sind bei uns reguläre Nylonhalfter mit Kunststoffschnallen (nicht die superbruchfesten, sondern die ganz normalen), denn die brechen unter hoher Belastung und das Halsband öffnet sich.

    Zu Zeiten, in denen die gehörnten Böcke viel miteinander kämpften, habe ich sogar die billigen 1 EURO-Halsbänder verwendet, denn da gingen die Verschlüsse schon bei leichtem Widerstand kaputt.

    - Ziegen, die gelernt haben, Halsbänder als unfaire Hilfsmittel in Rangkämpfen einzusetzen: oh ja, das gibt es. Ich hatte vor Jahren ein paar Böcke in der Gruppe, die durch Zufall gelernt haben, wie effektiv es ist, bei einem Rangkampf die Hörner unter ein Halsband zu schieben und dann „zu zu drehen“. Nicht toll, gar nicht toll.

    In dieser Zeit habe ich auf die Billighalsbänder – s. oben - (sofern nötig) zurückgegriffen bzw. über mehrere Jahre den entsprechenden Kampfpartnern überhaupt keine Halsbänder angezogen.

    Mit zunehmendem Alter bzw. Ausscheiden eben jener Böcke (altersbedingt) aus der Herde sind nun Halsbänder wieder möglich.

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