Working Goats

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Ziegen als Packtiere

In den meisten Fällen wird der Einsatz eines kastrierten Bockes als Arbeitsziege empfohlen. Böcke werden um einiges grösser als Ziegen und sind daher kräftiger, wobei auch eine weibliche Ziege eine ihr angepasste Last ziehen bzw. tragen kann. Werden Böcke eingesetzt, empfiehlt es sich, diese zu kastrieren, da damit einmal der starke Bockgeruch und auch das geschlechtstypische Verhalten der Böcke, dass einen Einsatz als Arbeitstier erschweren kann, vermieden werden.

Ziegen werden seit mehreren hundert Jahren als Packtiere in den unwegsamen Gebirgsregionen der Balkanländer eingesetzt, teilweise bis heute. Auch in den Vereinigten Staaten kommt es seit den 1970er Jahren verstärkt zum Einsatz von Ziegen als Packtiere, es hat sich daraus sogar ein richtiger Tourismus-Zweig in den Gebirgen der USA entwickelt. Anfang des Jahres 2001 wurde die North American Pack Goat Association (NAPGA) gegründet. Jedoch geraten die Ziegenpacker seit einigen Jahren immer mehr in's Abseits und werden aus den Naturparks der USA verdrängt.

Es kommt zu Interessenkonflikten zwischen Naturschützern (hier vor allem hinsichtlich der Mountain Goats) und den meist unbeaufsichtigt weidenden Landschaftspflegeherden, mit denen die Ziegenpacker in einen Topf geworfen werden.

Eine Ziege sollte nicht mehr als 20 - 30kg bzw. maximal 25% des eigenen Körpergewichtes tragen. Als Faustregel gilt, je geringer die Traglast, umso höher ist die mögliche, zurückgelegte Wegstrecke. Legen Sie auf Ihren Wanderungen regelmässig kurze Pausen sowie ein längere Mittagspause ein, damit Ihre Ziege etwas fressen und während der Mittagspause wiederkäuen kann. Jede Ziege, die als Arbeitstier eingesetzt wird, benötigt eine gute und solide Grundausbildung.

Erst, wenn sie diese erfolgreich durchlaufen hat, kann mit dem eigentlichen Fahr- oder Packtraining begonnen werden.Denken Sie daran, eine Ziege als Packtier leistet Arbeit. Sie muss daher entsprechend gefüttert und gepflegt werden:- passen Sie die Futterration dem Allgemeinzustand der Ziege an. Eine Packziege darf durchaus eine tägliche Ration Zusatzfutter erhalten, wenn sie regelmässig und mehrmals die Woche arbeitet.


ACHTUNG! Kastrierte Ziegenböcke neigen zur Bildung von Blasensteinen, daher sollten gewisse Dinge bei der Fütterung beachtet werden!

Kontrollieren Sie regelmässig den Körper der Ziege auf evtl. Druck- oder Scheuerstellen durch den Packsattel oder das Halfter. Beim Auftreten solcher Stellen ist mit der Arbeit bis zum Abheilen der Wunden auszusetzen. Auch sollten Sie den Packsattel und Unterlage erneut auf Passform kontrollieren. Halten Sie die Klauen in einem guten Zustand. Regelmässiges Klauenschneiden sollte - gerade bei Arbeitsziegen - obligatorisch sein. Halten Sie Ihre Ziege in einer guten Kondition. Sie können einer Ziege, die wochen- oder gar monatelang keine Arbeit geleistet hat, keinen Tagesmarsch abverlangen. Hier muss wieder mit kleinen Trainingseinheiten begonnen werden.

Mehr Informationen zur Fütterung, Klauenpflege, Blutwerte und andere physiologische Daten von Ziegen finden Sie unter dem Menüpunkt "Gesundheit und Pflege".

Ziegen, die gleichzeitig Jungtiere säugen, werden doppelt belastet. Daher ist die Anforderung an die Tragleistung solange zurückzuschrauben, bis die Jungtiere abgesetzt sind. Hat die Ziege ein grosses Euter, ist in dieser Zeit sogar ganz von einem Arbeitsabsatz abzusehen (Verletzungsgefahr des Euters).

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