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Wie man eine Ziege sattelt und belädt!

 

Auf dieser Seite stelle ich eine Fotoserie zum satteln und beladen vor. Leider ist Budy nur wenige Tage nach entstehen dieser Bilder als Folge eines Unfalls eingegangen. Wir vermissen ihn sehr!

Aufgrund unseren Erfahrungen seit Entstehen dieser Fotoserie in 2003 hier nun eine überarbeitete Anleitung

 

Als Satteldecke verwenden wir eine ausgediente Armee-Decke, die mehrfach gefaltet wird, bis sie die nötige Grösse erreicht. Beim Falten muss unbedingt darauf geachtet werden, dass sich keine Falten bilden, die später Druckstellen verursachen können. Die Sattelunterlage muss gross genug sein, um als Unterlage von Sattel UND Packtaschen zu fungieren. Weder Sattel noch Packtaschen dürfen direkt mit dem Fell in Kontakt kommen.

Wir haben mittlerweile bessere Erfahrungen mit speziellen Pads für Ziegenpacksättel gemacht (bessere Polstereigenschafen und Passform).

Ziegen dürfen NIEMALS am Halfter angebunden werden. Ungleich Pferden, haben sie deutlich weniger Muskulatur im Genickbereich und können sich durch Stemmen gegen das Halfter schwer verletzen.

Anbinden daher IMMER an einem separaten Halsband!

 

Als Halfter kam ein Halti zum Einsatz, Grösse passend für Hunde über 35 kg (z.B. Rottweiler). Um ein verrutschen des Genickriemens zu verhindern, kann man das Halti am besten mit einem Stirnriemen (z.B. aus dünnem Leder) nachrüsten. Um das Zusammenziehen des Nasenriemens, das einen vollständig falschen Erziehungsreiz an die Ziege übermitteln würde, zu verhindern, schnallen Sie bitte den Haken des Führstricks/der Führleine durch BEIDE Ringe des Haltis.

Bessere Passform und vor allem einen stabilen Nasenriemen bieten Halfter für Mini-Shetties, Shetty-Fohlen oder Mini-Shetty-Fohlen. Fohlenhalfter für grössere Ponyrassen sind meistens dann schon wieder zu gross.

Auch auf Maß geknüpfte Knotenhalfter können verwendet werden. Diese wirken jedoch auf den Ziegenkopf genauso scharf, wie bei Pferden und sind mit entsprechend "weicher" Hand und Sachkunde einzusetzen.

Der Sattel wird aufgelegt. Prüfen Sie vor dem Anlegen des Sattelgurts, ob dieser glatt anliegt. Schnallen am Sattelgurt sollten ebenfalls noch von der Sattelunterlage abgedeckt werden.

Überprüfen Sie, ob der Sattel richtig liegt:

- ca. 4 cm hinter dem Schulterblatt

- der Sattelgurt soll ca. 6 cm hinter dem Ellbogengelenk liegen

Das Hinterzeug liegt hier nur lose auf und muss noch korrekt positioniert werden.

Der Sattelgurt ist angezogen. Bitte legen Sie immer als ERSTES den Sattelgurt an, bevor sie weitere Riemen am Sattel schliessen. Sollte die Ziege beim Satteln nicht stillstehen, liegt zumindest der Sattel rutschfest auf dem Rücken.

Nun ist auch der Brustriemen geschlossen.Ziehen Sie diesen so straff, dass er glatt an der Brust anliegt, ohne die Luftröhre abzuschneiden oder nach unten in Richtung Buggelenk zu rutschen. Es sollten noch 2-3 Finger bequem zwischen Gurt und Ziege passen.

Der Hintergurt soll den Sattel am Rutschen beim Bergabsteigen hindern. Er soll so eng verschnallt unter dem Sitzbeinhöcker liegen, dass er nicht schlabbert aber auch nicht reibt.

Auf diesem Bild sieht man, dass der Hintergurt etwas zu hoch liegt. Er sitzt zu knapp unter dem Sitzbeinhöcker und könnte nach oben wegrutschen. Ein paar Zentimeter tiefer wäre besser.

Bevor Sie den Sattelgurt endgültig festziehen und die Packtaschen aufladen, achten Sie darauf, dass die Sattelunterlage "gekammert" ist. D.h. Sie ziehen die Unterlage vom Rücken nach oben in Richtung Sattelkreuz. Tun Sie das nicht, entsteht Hitzestau unter der Unterlage und es kann sich Satteldruck bilden. Bei einer gekammerten Unterlage kann die Luft im entstandenen Kanal zirkulieren.

Sollten Sie die Pocket Pads von Northwest Packgoats verwenden: diese kammern sich quasi von selbst, wenn die Auflageflächen des Sattels in die vorgesehen Taschen geschoben wurden.

Hängen Sie nun die Packtaschen ein. Am besten nehmen Sie sich hier eine zweite Person zur Hilfe, die gleichzeitig die zweite Satteltasche einhängt. Falls Sie erst eine und dann die zweite Packtasche einhängen, kann sich durch das Gewicht der ersten Tasche der Sattel seitlich verschieben.

Sind Sie allein, legen Sie sich die zweite Packtasche in Position auf die von Ihnen abgewandte Seite der Ziege und stützen die erste Tasche mit dem Knie ab, bis Sie die zweite Packtasche eingehängt haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier hängen nun beide Packtaschen am Sattel.

Sollte Ihr Sattel und Ihre Packtaschen entsprechend ausgerüstet sein, schliessen Sie die Schnalle am hinteren Ende der Packtaschen, die diese am Hintergurt befestigt. Mit dieser kleinen Vorrichtung sichern Sie die Packtaschen gegen Vorrutschen beim Bergab-gehen. Die hier verwendeten Taschen und der Sattel sind aufeinander abgestimmt und wurden von Oywhee Packgoat, USA hergestellt.

Die Ziege ist gesattelt und beladen.Prüfen Sie nochmals die Festigkeit des Sattelgurts. Dieser kann durch das Beladen wieder Spiel bekommen haben. Ziehen Sie notfalls nochmals nach.

 

 

 


 

Hier ein selbst geknüpftes Knotenhalfter.


  
Hier ein späteres Foto, auf dem man den korrekten Sitz des Hintergurtes schön sehen kann. Diese Ziege trägt ein Mini-Fohlenhalfter von Sagimex (wird nun von Fa. Pferd & Huf Drelman vertrieben).

Mit Leckerchen üben Sie das zügige Folgen der Ziege. Dies ist meist nach wenigen Wiederholungen eine leichte Übung.

Und schon bald wird auch Ihre Ziege Ihnen so willig auch ohne Leine folgen.

 

Beim Entladen und Absatteln gehen Sie in umgekehrter Reihenfolge vor:

- Erst die Packtaschen herunternehmen (wieder möglichst gleichzeitig),

- dann den Brustriemen lösen,

- danach den Sattelgurt öffnen und den Sattel von der Ziege heben.

Untersuchen Sie nun den Rücken auf verfilzte oder abgebrochene Haare, druckempfindliche oder wärmere Stellen.

Kontrollieren Sie ebenfalls die Gurtlage (des Sattelgurts), vor allem im Bereich hinter den Ellbogen. Hier ist die Haut sehr dünn und es kann sich durch Reibung leicht eine wunde Stelle bilden. Auch auf wunde Stellen am Sitzbeinhöcker und an der Brust durch Hinterriemen und/oder Brustriemen müssen Sie achten.

Tipp zum Abladen: wenn es die Packlast zulässt, geht das Absatteln am schnellsten, wenn man nach dem Öffnen von Brust- und Sattelgurt den Sattel ZUSAMMEN mit den Packtaschen abnimmt (nach hinten Richtung Schwanz heben).