Working Goats

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Körperkonditionstabelle (lt. North Carolina State University, USA)

Körperkondition

Zustand

Beschreibung

1

Extrem dünn

Extrem dünn und schwach, nah am Tod

2

Extrem dünn

Extrem dünn, jedoch nicht schwach

3

Sehr dünn

Alle Rippen sichtbar, Dornfortsätze stehen hervor und sind sehr scharf. Keine Fettpolster fühlbar, Muskelschwund

4

Etwas zu dünn

Die meisten Rippen sichtbar. Dornfortsätze scharf, die einzelnen Fortsätze können ohne Problem ertastet werden. Minimales Fettpolster über dem Rückenmuskel kann ertastet werden.

5

Angemessen

Dornfortsätze können gefühlt werden, sind jedoch glatt. Etwas Fettpolster über dem Rückenmuskel

6

Gut

"Glattes", aufgefülltes Aussehen, ohne sichtbare Rippen. Dornfortsätze glatt und rund. Einzelne Fortsätze sehr glatt, können mit etwas Druck gefühlt werden. Deutliches Fettpolster über dem Rückenmuskel.

7

Dick

Rippen nicht sichtbar, Dornfortsätze nur mit festem Druck fühlbar. Sehr deutliches Fettpolster über dem Rückenmuskel

8

Fettleibigkeit

Tier ist sehr dick, Dornfortsätze nur unter Schwierigkeiten zu tasten. Rippen können nicht gefühlt werden. Tier macht einen wuchtigen, fetten Eindruck

9

Sehr Fettleibig

ähnlich wie Nr. 8, nur noch ausgeprägter. Tier hat über den ganzen Körper verteilt Fetteinlagerungen

Definition des Zustandes:

Dünn: 1-3
Angemessen: 4-6
Fett: 7-9

Empfohlene Körperkondition für Ziegen:

Ziegen sollten niemals den Zustand 1-3 erreichen.
Beginn der Decksaison: 5-6
Ende der Trächtigkeit: 5-6
Kastrierte Böcke, Ziegen ohne Leistung: 4-6
Böcke und tragende Ziegen am Ende der Trächtigkeit sollten nicht über 7 kommen, da bei Böcken sonst
verminderte Decklust auftreten kann und bei Ziegen die Gefahr einer Trächtigkeits-Ketose stark ansteigt.


Kraftfutter oder kein Kraftfutter?

Donna Semasko von Edelweiß Acres in USA hat eine wundervolle Entscheidungshilfe, ausgehend von einer gestrafften Körperkonditionstabelle (s. unten), aktuellem Gewicht und Aktivitätslevel, zur Frage "Ist Kraftfutter für meine Ziege nötig oder nicht?" verfasst.

Hier eine Druckversion zum mitnehmen in den Stall.

Man bestimmt als erstes den Futterzustand, das Gewicht (Viehwaage oder Maßband) und das Maß an täglicher Aktivität:

Futterzustandsbestimmung:


1 Sehr dünn
Alle Rippen sichtbar, Dornfortsätze stehen hervor und sind sehr scharf.
Keine Fettpolster fühlbar, Muskelschwund

2 Etwas zu dünn
Die meisten Rippen sichtbar. Dornfortsätze scharf, die einzelnen Fortsätze können ohne Problem ertastet werden.
Minimales Fettpolster über dem Rückenmuskel kann ertastet werden.

3 Angemessen
Dornfortsätze können gefühlt werden, sind jedoch glatt. Etwas Fettpolster über dem Rückenmuskel

4 Gut
„Glattes“, aufgefülltes Aussehen, ohne sichtbare Rippen. Dornfortsätze glatt und rund.
Einzelne Fortsätze sehr glatt, können mit etwas Druck gefühlt werden. Deutliches Fettpolster über dem Rückenmuskel.

5 Dick
Rippen nicht sichtbar, Dornfortsätze nur mit festem Druck fühlbar. Sehr deutliches Fettpolster über dem Rückenmuskel


Je nach Futterzustand legt man nun einen Multiplikator zugrunde:

Futterzustand / Multiplikator
1 oder 2 / Multiplikator 3
3 / Multiplikator 2
4 oder 5 / Multiplikator 1


Nun zum Aktivitätslevel:

Aktivität / Multiplikator

jünger als 2 Jahre / Multiplikator 3

Erwachsen,
Erhaltungsbedarf, keine Leistung / Multiplikator 2

Erwachsen, Leistung / Multiplikator 3

ACHTUNG! Dies bezieht sich NICHT auf Milchziegen, sondern auf Hobbyziegen


Bestimmung der benötigten Futtermenge pro Tag


Die Multiplikatoren für Ernährungszustand und Aktivitätslevel werden nun addiert und ergeben in % des Körpergewichts der Ziege die täglich benötigte Futtermenge. Davon müssen MINDESTENS 3/4 Rauhfaser sein (es können auch 100% sein) und max. 1/4 Getreide oder Kraftfutter (wenn benötigt z.B. in Phasen höheren Proteinbedarfes).

Beispiel: Ernährungsfaktor 3 = 3% des aktuellen Körpergewichtes als Gesamtfuttermenge.

Von der Gesamtfuttermenge können 75 - 100 % Rauhfutter sein (nicht weniger als 75%) und 0 - 25% Kraftfutter (nicht mehr als 25%).


Zur Beurteilung, ob Kraftfutter nötig ist oder nicht, kann man wiederum die o.g. Multiplikatoren und Altersangaben heranziehen:

Alter der Ziege:

bis 3 Jahre +2
über 3 Jahre +1

Futterzustand:

2,5 oder weniger +2
3 oder mehr +1

Aktivität/Arbeit

Arbeit +2
keine Arbeit +1

Nun addiert man wieder die passenden Parameter. Ein Ergebnis kleiner/gleich 3 = kein Kraftfutter; Ergebnis grösser/gleich 4 = Kraftfutter möglich.


Beispiel:


Ziege, 2 Jahre alt, Futterzustand 3, keine Arbeit/Leistung: 2+1+1 = 4 = Kraftfutter möglich (in meinen Augen aber noch nicht unbedingt nötig)
Ziege, 8 Jahre alt, Futterzustand 2,5, Arbeit/Leistung: 1+2+2 = 5 = Kraftfutter möglich (und ggfs. auch nötig, wenn alle anderen Ursachen ausgeschlossen: Würmer, genereller Futtermangel)
Ziege, 6 Jahre alt, Futterzustand 3, keine Arbeit/Leistung: 1+1+1 = 3 = kein Kraftfutter nötig

Um die Verwirrung nicht komplett zu machen, hier noch ein paar weitere Beispiele.

Ob Kraftfutter nötig sein kann oder nicht, hängt u.a. vom Eiweißgehalt der Gesamtration und dem Eiweißbedarf der Ziege ab.

Eiweißbedarf:

Wachsende Ziegen = 12-16% Eiweiß (der Gesamtration)
Arbeitende Ziegen/Ziegen mit Leistung = 12% Eiweiß
Ziegen ohne Arbeit/Leistung = 9% Eiweiß

Heu liegt oft bei zwischen 6-9% Eiweiß - ACHTUNG! abhängig von Schnittzeitpunkt, Düngung und Zusammensetzung - Getreide meist bei um die 10 - 12%.

Hier sind Futtermitteltabellen hilfreich oder man investiert Geld in eine Analyse des verfütterten Heus.


Beispiel A:
Ziege, 50 kg, Ernährungsfaktor 3 - Gesamtfuttermenge 3% von 50 kg = 1,5 kg. Davon max. 375 gr. Kraftfutter, wobei sie mit Faktor 3 normalerweise kein Kraftfutter braucht. Ziege A hat jedoch nur Heu in minderer Qualität mit max. 7% Eiweiß zur Verfügung, es fehlen ihr also 2% Eiweiß für ihr Leistungslevel. In DIESEM Fall würde ich jedoch NICHT zu Kraftfutter, sondern zu einem hochwertigeren Heu greifen (oder das minderwertige Heu aufwerten).

Ziege A 50 kg; erhält Heu mit 7% Eiweiß, leistet keine Arbeit = benötigt 9% Eiweiß = 90 gr. Eiweiß in der Trockenmasse

Sie benötigt 1,5 kg Gesamtfutter und wird in diesem Beispielfall ausschliesslich mit Heu ernährt.

1,5 kg = 1500 gr. Heu enthalten 105 gr. Eiweiß - ihr Bedarf ist mehr als abgedeckt.

Beispiel B:
Ziege, 45 kg, Ernährungsfaktor 5 - Gesamtfuttermenge 5% von 45 kg = 2,25 kg. Davon max. 562 gr. Kraftfutter.
Ziege B hat Heu mit 9% Eiweiß zur Verfügung, es fehlen ihr 3% Eiweiß für ihr Leistungslevel. Da sie hochwertiges Heu zur Verfügung hat, muss ich den möglichen Kraftfutteranteil nicht bis zur Gänze ausschöpfen.

Ziege B 45 kg; erhält Heu mit 9% Eiweiß, leistet Arbeit = benötigt 12% Eiweiß = 120 gr. Eiweiß in der Trockenmasse

Sie benötigt 2,25 kg Gesamtfuttermenge und wird ebenfalls ausschliesslich mit Heu ernährt.

2,25 kg Heu enthalten 202,5 gr. Eiweiß
Eiweißüberschuss von 82,5 gr.

Da diese Ziege in einem minderguten Futterzustand ist, ist der Eiweißüberschuss nicht unbedingt bedenklich, da er zur Energiegewinnung und Muskelaufbau verwendet wird. Aufgrund der Qualität des Rauhfutters wäre Kraftfutter also - trotz Erfüllung der Bedingung der Faustregel - nicht zwingend nötig.

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