Working Goats

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Da die Grundvoraussetzungen die gleichen bleiben, gehe ich im zweiten Teil nur auf die Besonderheiten ein, mit denen man Fahren vom Boden aus trainieren kann, wenn kein Helfer zur Verfügung steht.
 

 

Aus welchen Teilschritten besteht das Training zum Fahren vom Boden?

 

- Training für den Menschen: mit einem Helfer zusammen arbeiten, Leinen halten, mit den nachschleifenden Leinen gehen üben: ja, ich weiß, es geht hier um Training ohne Helfer. Aber es ist einfach zu wichtig, zu lernen, mit schleifenden Leinen zu gehen und die Leinen sanft zu halten. Für diesen Schritt wird also auf jeden Fall ein Helfer benötigt.
 

Bevor man die Leinen in's Halfter einhängt und durch die Führungsringe am Bauchgurt zieht, übt man die Handhabung der Leinen "trocken", d.h., ohne Ziege vornedran. Ein menschlicher Helfer nimmt den Platz der Ziege ein, hält die Leinen in jeweils einer Hand. Nun übt man, die Leinen zu halten, ohne daran zu ziehen; mit den nachschleifenden Leinen (niemals aufgewickelt in der Hand halten, Verletzungsgefahr!) zu gehen, ohne auf die Leinenenden zu treten. Richtungsänderungen, anhalten, usw. Die Leinen laufen jeweils AUSSEN an den Beinen vorbei, NIEMALS zwischen den Beinen.

 

Der Helfer darf und soll Rückmeldung geben, wie sich das alles anfühlt, ob zuviel Zug auf den Leinen ist oder er/sie sich verwirrt fühlt. Hier kann man ruhig seiner Phantasie freien Lauf lassen und alles, was einem für das Fahren vom Boden mit der Ziege einfällt, in Ruhe üben, ohne Gefahr zu laufen, die unerfahrene Ziege damit zu verunsichern.

 

- von einer  Person geführt werden, die ihre Führposition langsam von daneben zu hinter der Ziege verändert: man kann hier so beginnen, dass in den ersten Trainingseinheiten die Leinen noch nicht eingeschnallt werden. Nur Halfter mit Führstrick und Bauchgurt. Da kein Helfer zur Verfügung steht, beginnt das Training nun damit, dass die Führperson über den Verlauf von mehreren Trainingseinheiten ihre Position neben der Ziege schrittweise immer weiter nach hinten verlagert. Hierbei in so kleinen Schritten vorgehen, dass der Vorwärtsdrang der Ziege erhalten bleibt. Also nicht sofort z.B. auf Schulterhöhe zurückfallen, wenn die Ziege damit Probleme hat. Sondern ggfs. nur erst mal auf Höhe des Halses mitgehen, dann auf Schulterhöhe, auf Rumpfhöhe, usw.

 

Wichtig ist, dass man immer genug Strick nachlässt, so dass die Ziege frei ausschreiten kann. Viel loben, kurze Einheiten, die zurückgelegten Strecken anfangs kurz halten und die Position erst ändern, wenn die Ziege genug Sicherheit in der neuen Führposition gewonnen hat.

 

Arbeitet man alleine, ist es hilfreich, das Losgehen schon sehr früh im Trainingsverlauf mit einem Stimmsignal zu verknüpfen.

 

Bis die Ziege sicher vorneweg geht, verwendet man nur eine der zwei Leinen, denn noch geht es nicht um's Lenken, sondern um's vorwärts gehen. Lenken kommt später. Hat man den Punkt erreicht, wo man auf Schwanzhöhe (oder kurz dahinter) gehen kann, kann man die Seite wechseln, also nicht nur z.B. auf der linken Seite der Ziege gehen, sondern auch auf der rechten Seite. ACHTUNG! der Seitenwechsel wird vermutlich für Verwirrung sorgen und man muss u.U. erst mal wieder viel weiter vorne mitgehen und sich dann nach rückwärts arbeiten.

 

- selbstständig voran gehen: dies entwickelt sich aus den vorher gehenden Schritten. Jetzt sind Leinen nötig. Das fällt, wie gesagt, eher unsicheren Ziegen schwer und man kann das anfangs üben nur wenige Schritte vom Stall weg und dann IN RICHTUNG Stall gehen (und den Heimwärtsdrang ausnutzen) - das obige Bild zeigt so eine Situation, die man dazu nutzen kann, das selbstständige Vorangehen unter Signalkontrolle zu stellen. Das Foto entstand auf dem Heimweg von einer Packtour, die Ziegen wollten zurück zur Weide.

 

Bei diesem Schritt kann man die Ziegen leicht überfordern, sobald man das voran gehen abfragt, um vom Stall wegzugehen, daher eher immer ein paar Schritte weniger abfragen (und gründlich belohnen) als diesen einen Schritt zuviel, der damit endet, dass die Ziege stehen bleibt und nicht mehr weiter will.

 

Ohne Hilfsperson muss man in diesem Stadium sehr darauf achten, dass sich die Ziegen nicht um 180° drehen und einen frontal anschauen. Das kann so fix passieren, dass man fast keine Reaktionszeit hat und dann steht da die Ziege, in die Leinen eingewickelt.

 

In Ruhe wieder aussortieren, ärgerlich werden hilft nicht, macht nur die Ziege unsicher. Und dann mit weniger Abstand, ggfs. erst nochmal auf Schwanzhöhe noch eine Weile länger üben.

 

- Tempo halten: Das gehört mit zu den langwierigeren Trainingsabschnitten, die man immer wieder und in eher kurzen Einheiten üben muss.

 

- geradeaus gehen, nicht im Zickzack (schwierig): s. Training mit Helfer

 

- Richtungswechsel nach links oder rechts auf Leinensignal: s. Training mit Helfer

 

- Richtungswechsel nach links und rechts auf Stimmsignal: s. Training mit Helfer

 

- Anhalten auf Leinensignal: anzuhalten, wenn Zug auf die Leinen kommt, muss gelernt sein. Die instinktive Reaktion ist, sich gegen den Zug zu wehren. Nachgeben und anhalten ohne Helfer zu üben ist jedoch eine der wenigen Übungen, die allein fast etwas leichter sind. Da die Ziege in vielen Fällen eher zögernd vorangeht, kann man dies ausnutzen und einen Ansatz zum stehen bleiben wollen mit einem leichten Leinensignal verknüpfen.

 

- Anhalten auf Stimmsignal: ist ein wichtiger Trainingsschritt und sollte auf jeden Fall gründlich geübt werden, falls ein Leinensignal nicht möglich ist.

 

- Losgehen auf Stimmsignal: beim Training ohne Helfer schon im Trainieren der Führposition von hinten möglichst von Anfang an einführen.

 

- Tempounterschiede (langsamer oder schneller werden): die Unterscheidung, ob eine Leinenhilfe stehen bleiben oder langsamer werden bedeutet. Um das ohne Helfer zu trainieren, kehrt man wieder in eine Führposition neben der Ziege zurück, fordert durch energisches Gehen zu mehr Tempo oder durch langsameres Gehen zum Langsamer werden auf. Die Ziegen lernen schnell, die Körperspannung entsprechend zu deuten und können diesen dann auch folgen, wenn man sich (schrittweise) wieder hinter die Ziege begibt.

 

- durch Engstellen hindurch gehen: s. Training mit  Helfer

 

- über Hindernisse gehen

 

- Rückwärts treten auf Leinensignal: s. Training mit Helfer

 

- Rückwärts treten auf Stimmsignal: s. Training mit Helfer

 

 

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