Working Goats

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Die erste Entscheidung ist "Was will ich? Lastentransport oder Personentransport? Fahren oder nebenher gehen? Wie viele Ziegen will ich einspannen? Lang- oder Kurzstrecken? Gelände oder Strasse/Gehwege?"

 

Lasten oder Personen?

Hier dreht es sich hauptsächlich um den Aufbau. Brauche ich Sitzmöglichkeiten für Passagiere oder will ich nur Lasten transportieren, wie z.B. Weidezaunmaterial, Wasser oder mein Gepäck auf Wandertouren?

 

Fahren oder Führen?

Die Frage, ob ich fahren will = auf dem Wagen/Karren sitzen und mich ziehen lassen oder führen = nebenher gehen, während die Ziege das Gefährt zieht. wirkt sich nicht nur bei der Wahl des Gefährts aus, sondern auch bei der Entscheidung, wie viele Ziegen in vorspannen soll/muss.

Ausgehend von der Faustformel, dass eine Ziege im Dauereinsatz nicht mehr als das 1,5fache des Eigengewichtes ziehen soll, bringt ein durchschnittlicher Erwachsener auf dem Bock, kombiniert mit dem Gewicht des Gefährtes, die Zugkraft einer einzelnen Ziege schon an die Grenze (ausgenommen grosse, starke Böcke oder Kastrate). Das transportieren oder mitführen zusätzlicher Ladung fällt in diesem Fall fast komplett weg.

 

Mehrspännig fahren?

Hört sich leichter an, als es in der Praxis sein kann. Es kann einige Zeit dauern, bis man Ziegen gefunden hat (gerade bei den Kastraten), die nicht nur gelassen nebeneinander arbeiten können sondern sich auch in Grösse, Schrittlänge und Arbeitstempo so ähneln, dass sie harmonisch ziehen können.

 

Lang- oder Kurzstrecken?

Hier sind Federung und Laufeigenschaften der Kutsche zu beachten. Die Federung beeinflusst das Wohlbefinden des Kutschers, die Laufeigenschaften (Grösse der Räder - je grösser, umso leichter läuft die Kutsche, Gewicht, Bremsen, Radlager) das der Ziege(n). Was auf kurzen Strecken u.U. noch abgefangen werden kann, wird bei Langstreckenfahrten zur Belastung von Kutscher und Ziege(n).

 

Gelände oder Strasse?

Auch hier spielen wieder Federung und Laufeigenschaften der Kutsche eine grosse Rolle. Bodenfreiheit (eines der Probleme von Bollerwägen), grosse Räder, gute Federung sind wichtig für Fahrten im Gelände.

 

Bei Fahrten auf der Strasse muss hingegen auf Verkehrssicherheit geachtet werden. Das beinhaltet Bremsen, Sichtbarkeit und Beleuchtung. Die meisten Autofahrer heutzutage können die langsame Geschwindigkeit einer Kutsche nicht mehr einschätzen, Auffahrunfälle sind daher eine hohe Wahrscheinlichkeit. Zur Sicherheit von Fahrer und Zugtieren ist eine fast übertriebene Kennzeichnung nötig (Fähnchen wie an Kinderrädern, Reflektoren, aktive Beleuchtung, usw.).

 

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