Working Goats

Intern

Statistics

Benutzer
2
Beiträge
49
Anzahl Beitragshäufigkeit
128681

Halfter

Ziegen werden überwiegend mit einem gut sitzenden Halfter gefahren. Wichtig ist, dass das Halfter rechts und links der Nase über Einschnallmöglichkeiten für die Fahrleinen verfügt.

Knotenhalfter eignen sich aufgrund der fehlenden Einschnallmöglichkeit für die Leinen daher eher weniger, es sei denn, man lässt entsprechende Schlaufen oder Ringe einarbeiten.

 

Equizaum oder andere Kopfstücke

Beim Equizaum handelt es sich um (maßangefertigte) Kappzäume für Pferde und andere Tiere. Mindestens einer davon wurde für eine Ziege gefertigt. Bei Herstellern von maßgefertigtem Shetty- und Mini-Shetty-Zubehör kann man auch für Ziegen anfragen.

 

Gebiss

Meiner Meinung nach ist ein Gebiß zum fahren von Ziegen nicht nötig.

 

Blendkappen

Gleiches gilt für Blendkappen.

 

Leinenarten

 

Kreuzleine

Überkreuz laufende Leinen, die am Fahrer"ende" mit einer Schnalle geschlossen sind. So können die Leinen beim anschirren gut durch die Führungsringe und Ösen an Brustblatt/Kumt und Selett geführt werden.

Beim Zweispänner ist darauf zu achten, dass die aussen verlaufenden Leinen LÄNGER sind als die Innenleinen. Sonst behindert die Aussenleine Kopf und Hals in einer Wendung.

 

Rundleine

Die Rundleine läuft nur an den Aussenseiten und hat keine Schnalle am Fahrer"ende". Zwischen den Köpfen wird ein einzelnes Seil als Verbindung gespannt. Beim Abwenden "zieht" somit die abwendende Ziege, die auf das Signal der Leine reagiert, die andere Ziege mit in die Wendung. Das ist traditionell eine landwirtschaftliche Leinenführung für Ackerarbeit, weil man damit nicht so genau lenken kann, wie mit einer Kreuzleine.

 

 

Drei und mehr abreast

Werden mit einer Kombination aus Kreuzleine und Verbindungsleinen, die zum Selett des Nebenpferdes geführt werden, gefahren.

 

Tandem

Jedes Zugtier hat eine eigene Leine

 

Besonderheiten im Geschirr für Einspänner

 

Selett

 

Das Selett des Einspännergeschirrs (beim Zweispänner würde es korrekt auch Kammdeckel heissen) muss stärker gepolstert sein, da hierüber das Gewicht der Schere getragen wird (Schutz der Wirbelsäule). Die Deichsel beim Zweispänner wird über entweder eine Halskoppel oder das Brustblatt getragen.

 

Aufhängung Scherenträger

 

Zusätzlich zur stärkeren Polsterung ist es beim EinACHSER-Geschirr wichtig, dass die Scherenträger, die sich am Selett befinden, sich verschieben lassen. Dies gleicht ein mögliches Verkanten der Schere beim Fahren auf unebenem Boden (seitliche Höhenunterschiede) aus.

 

Hinterzeug

 

Hinterzeug ist nötig, wenn die Kutsche/der Karren keine Bremse hat und die Ziege(n) bremsen müssen. ACHTUNG! Dies sollte nur beim Fahren in der Ebene gemacht werden, NIE in bergigem Gelände. Das Hinterzeug wird mit der Schere verbunden über die sog. Scherenriemen. Wird die Ziege langsamer, läuft die Kutsche in's Hintergeschirr. Die Scherenriemen verhindern, dass die Kutsche in die Hinterbeine rollt und übertragen das zu bremsende Gewicht auf das Hinterzeug.

Beim Zweispänner wird ein Rückhalteriemen verwendet, der das Hinterzeug mit dem Brustblatt verbindet. Da hier über die Deichsel aufgehalten wird, wird das Gewicht der Kutsche vom Brustblatt über die Rückhalteriemen auf das Hinterzeug übertragen.

Beim Anpassen des Hinterzeugs sind mehrere Dinge zu beachten:

- Höhe des Umgangs (breiter Riemen, der um die Hinterbeine verläuft): dieser muss knapp UNTER den Sitzbeinhöckern sitzen. Nicht tiefer, vor allem nicht in der Kniekehle. Ein zu tief verschnallter Umgang kann der Ziege die Hinterbeine unter dem Rumpf wegziehen, sie kann dann die Kutsche nicht abbremsen.

- Position auf der Kruppe: das Hinterzeug liegt auf dem höchsten Punkt der Kruppe, nicht tiefer Richtung Schwanz oder weiter vorne.
 

- um effektiv aufhalten zu können, darf, wie beim Zug, die "Aufhaltelinie" (das ist eine Wortschöpfung von mir) nicht gebrochen sein. Die Länge der Scherenriemen muss so bemessen werden, dass die Kutsche auch beim Bremsen nicht in die Hinterbeine rollt und beim Vorangehen nicht beim Ziehen behindern.

Diese Bild zeigt ein zu tief verschnalltes Hinterzeug. Gut zu erkennen sind die Rückhalteriemen. Dies ist ein Geschirr, wie es in den USA häufig für landwirtschaftliches Fahren verwendet wird, deutsche Geschirre unterscheiden sich hier etwas.



Wird eine Ziege in einer Schere angespannt, kann auch ein sog. false breeching angebracht werden.


Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.